Ablauf

Dipl.-Psych. Lars Jacobsen | Rodenbergstraße 6 Berlin | Louisenstraße 66 Dresden

Der Weg in die Praxis und die diagnostische Probephase

Sie können mir per Telefon oder per E-Mail (letzteres bevorzugt, da ich die meiste Zeit des Arbeitstages in Therapiesitzungen bin und daher i.d.R. nicht direkt ans Telefon gehen kann) eine Anfrage stellen und mit mir einen ersten Gesprächstermin vereinbaren. Eine Überweisung von einem zuweisenden Arzt ist dabei nicht zwingend erforderlich. In diesem orientierenden Erstgespräch von ca. 100 Minuten Dauer (auch psychotherapeutische Sprechstunde genannt) haben Sie Zeit, um Ihr Problem bzw. Ihre Probleme erstmalig zu schildern, und es kann u.a. eine erste gemeinsame Einschätzung vorgenommen werden, ob Ihre vorgebrachten Schwierigkeiten behandlungsbedürftig oder eher beratungsbedürftig sind, d.h. ob überhaupt eine ambulante Psychotherapie sinnvoll erscheint oder ob vielleicht andere Institutionen des Hilfe- und Gesundheitssystems (z.B. Beratungsstellen verschiedener Art oder Coaching) eventuell passendere Unterstützung für Sie anbieten könnten.

Da unsere Lebensprobleme mitunter komplex sein können, sind solche Fragen vielmals nicht im Rahmen einer einzigen Sitzung zu klären. Daher stehen Ihnen bei Bedarf neben der Sprechstunde außerdem bis zu vier weitere Probesitzungen (sog.
probatorische Sitzungen) zur Verfügung, in denen eingehender diagnostische Informationen zusammengetragen werden können (z.B. auch mittels psychodiagnostischer Fragebögen) und aufbauend darauf ein Ausblick auf mögliche therapeutische Angebote gegeben bzw. gemeinsam ein Behandlungsplan erarbeitet werden kann. In der probatorischen Phase geht es also vor allem um eine genauere Problemanalyse, um die gemeinsame Erarbeitung eines plausiblen Erklärungsmodells für Ihre Beschwerden, sowie um die Konkretisierung von Therapiezielen.

Nicht zuletzt ermöglichen Sprechstunde und Probesitzungen Ihnen auch einen ersten Eindruck meiner Arbeitsweise, meiner therapeutischen Haltung und meiner „Art zu sein.“ Die damit einhergehende Überprüfung, ob auch Ihr Bauchgefühl und die zwischenmenschliche Chemie zwischen uns beiden hinreichend stimmen, ist in einer Psychotherapie von zentraler Bedeutung, da Psychotherapie nur im Rahmen einer von hinreichend Vertrauen und Offenheit geprägten
guten Arbeitsbeziehung ihre Wirkung entfalten kann. Erfahrungsgemäß können wir alle ja nicht mit jedem beliebigen Mitmenschen gleich gut auskommen, und daher sind Sie gut beraten, im Rahmen der Probesitzungen zu testen, ob Sie sich in der Begegnung mit mir hinreichend gut, sicher, ernstgenommen und verstanden fühlen, oder ob Sie lieber nach einem zwischenmenschlich besser passenden Therapeuten weitersuchen. Übrigens: wenn Sie auf der Suche nach einem für Sie persönlich passenden Behandler sind und mehrere KollegInnen kontaktiert haben sollten: Sprechstunden sowie vier probatorische Sitzungen können Sie bei jedem Psychotherapeuten, den Sie „ausprobieren“, wieder neu und in vollem Umfang in Anspruch nehmen - diese Sitzungen werden jeweils vollumfänglich von Ihrer Krankenkasse bezahlt. Diese gesetzliche Regelung soll Ihnen das oben Genannte ermöglichen: so lange verschiedene TherapeutInnen zu „probieren“, bis Sie einen für Sie persönlich hinreichend passenden Behandler gefunden haben.


Schweigepflicht

Jede psychotherapeutische Behandlung findet nach § 203 StGB unter strikter Einhaltung der gesetzlichen Schweigepflicht statt, welcher ich, wie alle Ärzte und Psychotherapeuten, unterstehe. Meiner Ansicht nach kann die Bedeutsamkeit der Schweigepflicht im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung nicht überbetont werden - denn unsere persönlichen Probleme haben nicht selten mit Scham- oder Schuldthemen zu tun, die wir womöglich niemandem anzuvertrauen wagen und die sich dadurch um so destruktiver auf uns and damit auch auf andere auswirken können. Dass ich unter Schweigepflicht stehe und diese sehr ernst nehme (siehe meine Ausführungen dazu auf der
Startseite), bedeutet für Sie, dass Ihnen eine Psychotherapie - von der allerersten Kontaktaufnahme an und diese eingeschlossen - einen sicheren Raum bietet, in dem Sie wortwörtlich alle für Sie relevanten Themen ansprechen und klären können, ohne irgendwelche unerwünschten Konsequenzen oder Sanktionen befürchten zu müssen. Selbst Kapitalverbrechen (sollten sie bereits verübt worden sein) werden durch die ärztliche und psychotherapeutische Schweigepflicht gedeckt, und nur dieser Umstand gewährleistet, dass man sich einem Psychotherapeuten auch wirklich selbst mit schwersten Vergehen anvertrauen kann, um die damit zusammenhängenden persönlichen Probleme zu bearbeiten. Die einzige Ausnahme zu dieser Regel stellt akute Lebensgefahr für Sie oder andere dar, bei der ich zum Zweck der Lebensrettung punktuell dazu verpflichtet bin, die Schweigepflicht zu brechen, um Rettungshelfer, Notarzt (bei akuter Suizidalität) oder die Polizei (bei akuter Fremdgefährdung) zu rufen.


Beantragung einer Psychotherapie

Wenn wir Rahmen der diagnostischen Probesitzungen nicht nur krankheitswertige Beschwerden festgestellt haben, sondern auch zu dem gemeinsamen Entschluss gekommen sind, weiter miteinander zu arbeiten, wenn Sie also eine reguläre Therapie beantragen möchten, ist vorher noch ein Besuch bei einem Arzt Ihrer Wahl erforderlich: es besteht nämlich vor Beantragung einer Psychotherapie die Pflicht, sich medizinisch untersuchen zu lassen. Der Grund dafür ist, dass viele psychische, emotionale oder Verhaltensprobleme manchmal auch körperlich bedingt oder mitbedingt sein können, oder dass bereits bestehende körperliche Erkrankungen und bisherige medizinische Interventionen bei der Planung einer Psychotherapie berücksichtigt werden müssen. Genau dies ist von einem Arzt vor Beginn einer Psychotherapie zu prüfen. Dazu erhalten Sie in der Probephase von mir den sog. Konsiliarbericht vor Aufnahme einer Psychotherapie, welchen Sie von einem Arzt Ihrer Wahl (günstigerweise meist von Ihrem Hausarzt oder ggf. Psychiater) ausfüllen lassen. Spätestens zum Zeitpunkt der Beantragung einer Psychotherapie muss dieser von Ihrem Arzt Arzt ausgefüllte Konsiliarbericht uns vorliegen. Den eigentlichen Antrag auf Kostenübernahme einer Psychotherapie können Sie danach gemeinsam mit mir bei Ihrer Krankenkasse stellen, nachdem wir alle formalen Modalitäten und die Ziele der Therapie besprochen haben. Das Antragsverfahren kann von Kasse zu Kasse unterschiedlich sein und wird in jedem Fall durch mich begleitet.


Dauer und Verlauf der Behandlung

Psychotherapie findet in meiner Praxis im Einzelgespräch statt (es sei denn, der punktuelle Einbezug eines Dritten, z.B. eines Angehörigen oder Partners, ist von Ihnen erwünscht und therapeutisch zweckmäßig). Die Dauer einer Behandlungssitzung beträgt normalerweise 50 Minuten, wobei in Einzelfällen, wenn dies therapeutisch sinnvoll ist, auch Doppelsitzungen von 100 Minuten Dauer geplant werden können. Es empfiehlt sich, die Termine in einem wöchentlichen Rhythmus wahrzunehmen, wobei die Termingestaltung, also auch der Abstand zwischen Therapiesitzungen prinzipiell Verhandlungssache ist und flexibel Ihren Gegebenheiten angepasst werden kann.

Der
Gesamtumfang einer Psychotherapie richtet sich hauptsächlich nach Ihrer persönlichen Problematik bzw. dem jeweiligen Störungsbild sowie den individuellen Besonderheiten des Verlaufs, die sich während der Behandlung ergeben und die meist nicht genau vorausberechnet werden können. Hierbei wird in der Regel zwischen einer Kurzzeittherapie (maximal 24 Sitzungen) und einer Langzeittherapie (maximal 45-60 Sitzungen) unterschieden. In seltenen Fällen kann es erforderlich werden, das Maximalkontingent einer Verhaltenstherapie von 80 Sitzungen auszuschöpfen. Bei privat Versicherten kann die Dauer aber auch durch den individuellen Tarif Ihrer Krankenversicherung festgelegt sein. Prinzipiell gilt dabei selbstverständlich, dass Sie jederzeit die Möglichkeit haben, die Behandlung zu beenden oder abzubrechen, wenn Sie dies möchten (wobei ein vorheriges klärendes Gespräch mit mir wünschenswert wäre, aber keine Bedingung darstellt). Außerdem besteht die Möglichkeit des Behandlerwechsels, falls es Probleme in unsere Zusammenarbeit geben sollte: Sie können bereits beantragte und von Ihrer Krankenkasse bewilligte Sitzungen, welche noch nicht stattgefunden haben, "mitnehmen" zu einem anderen verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Therapeuten, und dort Ihre Behandlung fortsetzen.

Die Behandlung umfasst
Gespräche und Übungen. Da die Verhaltenstherapie die durchgängige Mitarbeit des Betroffenen mit einschließt, kommen oft auch zwischen den Sitzungen Fragebögen, Trainings- und Selbsterfahrungsaufgaben zum Einsatz, die den therapeutischen Prozess begleiten und diesen in Ihren Alltag übersetzen. In Abhängigkeit von den festgelegten Zielen werden dabei spezifische Therapiemethoden ausgewählt. Sind im typischen Verlauf einer Verhaltenstherapie nach der Diagnostikphase im Rahmen der daran anschließenden Interventionen erste positive Veränderungen eingetreten, kommt es typischerweise zu einer Stabilisierungsphase, in der Erlerntes weiter eingeübt und verstärkt in den Alltag integriert wird. Den Abschluss der Behandlung bilden schließlich Maßnahmen zur gezielten Prävention von Rückfällen. In dieser letzten Phase werden üblicherweise die Abstände zwischen den Sitzungen immer weiter vergrößert, so dass Sie nach und nach üben können, das Gelernte auch ohne den Therapeuten in Eigenregie umzusetzen und zu festigen. Denn die Verhaltenstherapie verfolgt ja das Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. es geht darum, Sie selber schrittweise zu befähigen, Ihr eigenes Verhalten in gewünschter Weise zu verändern, so dass Sie möglichst bald wieder selbstständig und ohne therapeutische Unterstützung zurechtkommen.